Häusliche Alten- und Krankenpflege in Kamen, Bergkamen und Umgebung

Gut zu wissen

  • Welche Leistungen umfasst die Behandlungspflege?

    Behandlungspflege umfasst krankheitsspezifische Pflegemaßnahmen, das heißt alle Pflegemaßnahmen, die nur durch eine bestimmte Krankheit verursacht werden, speziell auf den Krankheitszustand des Versicherten ausgerichtet sind und dazu beitragen, die Krankheit zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu verhindern oder zu lindern, wobei diese Maßnahmen typischerweise nicht von einem Arzt, sondern von Vertretern medizinischer Hilfsberufe (Pflegefachkräfte/Pflegekräfte) oder auch von Laien erbracht werden.

    Von der Behandlungspflege wird die Grundpflege unterschieden. Die Grundpflege ist als Hilfe bei den Grundverrichtungen des täglichen Lebens zu verstehen. Die hauswirtschaftliche Versorgung als Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung der grundlegenden Anforderungen einer eigenständigen Haushaltsführung allgemein notwendig sind.

    Die Satzung der Krankenkasse kann bestimmen, dass die Krankenkasse zusätzlich zur Behandlungspflege nach Satz 1 als häusliche Krankenpflege auch Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung erbringt. Die Satzung kann dabei Dauer und Umfang der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung nach Satz 4 bestimmen.

    Der Geltungsbereich dieser Richtlinien umfasst die ambulante Versorgung im häuslichen Bereich, die teilstationäre Versorgung z.B. in der Tagespflege und die stationäre Versorgung in Pflegeeinrichtungen nach SGB XI. Die Pflege im Krankenhaus ist davon ausgenommen.

     

  • Welche Leistungen umfasst die häusliche Pflege?

    Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 haben bei häuslicher Pflege Anspruch auf körperbezogene Pflegemaßnahmen (z.B. Waschen, Kleiden, Essen, Toilettengänge) und pflegerische Betreuungsmaßnahmen sowie auf Hilfen bei der Haushaltsführung als Sachleistung (häusliche Pflegehilfe). Der Anspruch umfasst pflegerische Maßnahmen in den in § 14 Absatz 2 genannten Bereichen Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen sowie Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.

    Häusliche Pflegehilfe wird erbracht, um Beeinträchtigungen der Selbständigkeit des Pflegebedürftigen oder Fähigkeitsstörungen so weit wie möglich durch pflegerische Maßnahmen zu beseitigen oder zu mindern und eine Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit zu verhindern.

    Nach dem Ausmaß und dem Umfang des Hilfebedarfs und der vorhandenen Selbstständigkeit in diesen Bereichen wird der Grad der Pflegebedürftigkeit in Pflegegraden vom sozialmedizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK, SMD) festgelegt.

     

  • Wie können Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden?

    Um als Versicherter Leistungen der Pflegeversicherung beanspruchen zu können, muss der Versicherte „pflegebedürftig“ im Sinne der §§ 14 und 15 SGB XI sein. Der gesetzliche Pflegebedürftigkeitsbegriff berücksichtigt Personen, die Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder Fähigkeitsstörungen (in den Bereichen Mobilität, Kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen, Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte) aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen.

    Für die Gewährung von Leistungen sind pflegebedürftige Personen einem der fünf Pflegegrade zuzuordnen.
    Der Pflegeantrag kann bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Die Pflegekasse leitet den Antrag an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung weiter.

     

  • Wie werden die Pflegegrade festgelegt?

    Hinter jedem Modul stehen unterschiedlich viele Kriterien. Jedes Kriterium wird mit einer Punktzahl belegt. In der Regel findet dies mit nachfolgender Systematik statt:
    Selbständig 0 Punkte, überwiegend selbstständig 1 Punkt, überwiegend unselbstständig 2 Punkte und unselbstständig 3 Punkte. Die Punkte innerhalb eines Moduls sind wertgleich, aber die Punkte sind nicht über die Module hinweg wertgleich. In jedem Modul werden separat die Punkte zum Schluss zusammengezählt und dann prozentual gewichtet, es können max. 100 Punkte erzielt werden.

    Pflegegrad 1 (ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkten)
    Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten.

    Pflegegrad 2 (ab 27 bis unter 47,5 Gesamtpunkten)
    Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten.

    Pflegegrad 3 (ab 47,5 bis unter 70 Gesamtpunkten)
    Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten.

    Pflegegrad 4 (ab 70 bis unter 90 Gesamtpunkten)
    Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten.

    Pflegegrad 5 (ab 90 bis 100 Gesamtpunkte)
    Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

    Die Beurteilung der Pflegegrade wird durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung bzw. dem von der Pflegekasse beauftragten Gutachter vor Ort bei dem Pflegebedürftigen in der häuslichen Umgebung festgestellt. Dem Antragsteller ist spätestens fünf Wochen nach Eingang des Antrags bei der zuständigen Pflegekasse die Entscheidung der Pflegekasse schriftlich mitzuteilen (§18(3) SGBXI).

     

  • Wie hoch sind Geld- oder Sachleistungen in den einzelnen Pflegegraden?

     

    Pflegegrad Beeinträchtigung Häusliche
    Pflegehilfe
    Pflegegeld Tages-/
    Nachtpflege
    Vollstationäre
    Pflege
    1 gering 0 € 0 € 0 € 0 €
    2 erheblich 689 € 316 € 689 € 770 €
    3 schwer 1.298 € 545 € 1.298 € 1.262 €
    4 schwerste 1.612 € 728 € 1.612 € 1.775 €
    5 bes. Anforderungen 1.995 € 901 € 1.995 € 2.005 €

     

    Wenn Sie Pflegegeld beziehen, sind Sie verpflichtet regelmäßig einen Pflegeeinsatz eines Pflegedienstes abzurufen (Grad 2 u. 3 halbjährlich, Grad 4 u. 5 vierteljährlich, § 37). Der Pflegedienst schickt dann einen Nachweis zur Pflegekasse, ob die Pflege gesichert ist. Die Kosten dieses Beratungsbesuches trägt die Pflegekasse.
    Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 können auch einen Beratungsbesuch abrufen.

    Nehmen Sie für einen Teil der häuslichen Pflege einen Pflegedienst in Anspruch, rechnet der ambulante Pflegedienst mit der Pflegekasse anteilig z.B. 40 % der Pflegesachleistungen ab, dann erhält der Pflegebedürftige anteilig z.B. 60 % des Pflegegeldes.

     

  • Welche Leistungen bekomme ich bei Pflegegrad 1?

    Folgende Leistungen sind bei Pflegegrad 1 vorgesehen:

    • Entlastungsbetrag von bis zu 125 € monatlich für
      – Kosten der Kurzzeitpflege sowie Tages- und Nachtpflege
      – Leistungen ambulanter Pflegedienste
      – Leistungen von Angeboten zur Unterstützung im Alltag
      – einen Zuschuss zur vollstationären Pflege
    • Pflegeberatung
    • Beratung in der Häuslichkeit
    • Zusätzliche Leistungen in ambulant betreuten Wohngruppen
    • Versorgung mit zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln
    • Finanzielle Zuschüsse zu Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen
    • Zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären Einrichtungen
    • Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen

     

  • Was sind Entlastungsleistungen?

    Entlastungsleistungen sind Angebote zur Unterstützung im Alltag (§45a). Diese Angebote tragen dazu bei, Pflegepersonen zu entlasten, und helfen Pflegebedürftigen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und ihren Alltag weitgehend möglichst selbstständig bewältigen zu können.

    Das sind Angebote,

    • in denen Helfer (insb. Ehrenamtliche) unter pflegefachlicher Anleitung die Betreuung von Pflegebedürftigen übernehmen (Betreuungsangebote)
    • zur gezielten Entlastung der Angehörigen bzw. Pflegepersonen
    • zur Bewältigung des Alltags oder der Haushaltsführung

    Beispiele:
    Betreuung und allgemeine Beaufsichtigung, Alltagsbegleitung, Erbringung von Dienstleistungen, organisatorische Hilfestellung

    Pflegebedürftige in häuslicher Umgebung haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € monatlich. Dieser Betrag muss zweckgebunden eingesetzt werden und dient zur Erstattungen von Aufwendungen für Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege, Leistungen ambulanter Pflegedienste (nach §36) gegen Vorlage entsprechender Belege (Rechnungen).

    Wird der Anspruch im ersten Kalenderjahr nicht aufgebraucht, kann der nicht verbrauchte Betrag in das Folgejahr übertragen werden.

     

 

Falls wir Ihre Fragen hier nicht beantwortet konnten, rufen Sie uns bitte an. Wir helfen Ihnen gern.

Quelle: www.pflegewiki.de

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